Die letzte Fußball-Weltmeisterschaft in Russland lieferte wieder genügend Stoff zu Diskussionen über die Gerechtigkeit, Willkür oder Voreingenommenheit von Schiedsrichtern. Nicht nur die einstigen WM-Helden und siegverdächtigen Star-Mannschaften enttäuschten zutiefst. Auch Entscheidungen von Schiedsrichtern, die als Koryphäen auf ihrem Gebiet gelten, ließen Zuschauer verweifeln oder sorgten zumindest für Kopfschütteln. Da schien es, als ob nicht sie, sondern

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In puncto mehr Fairness im Fußball setzen viele auf neue technische Möglichkeiten wie die Videoaufnahmen. Doch das auch die Technik vor folgenschweren Irrtümern nicht schützt, dafür lieferte der Schiedsrichter Andres Cunha aus Uruguay im Spiel Frankreich gegen Belgien ein Beispiel. Genugtuung liefert die Technik zumindest, wenn sie der showähnlichen Darbietung einzelner Spieler den Garaus machen kann.

Für Schlagzeilen in der neuen Trend-Disziplin Fußball-Wrestling hat Jordan Henderson, Kapitän von FC Liverpool, zur genüge gesorgt. In die Fußballgeschichte geht er somit ein mit jener, wenig rühmlichen Showeinlage: Er kassiert im Achtelfinale von dem kolumbianischen Gegner Wilmar Barrios kleinen Kopfstoß auf seine Brust, wie es vor einem Freistoß häufig passiert. Henderson nutzt dies zu einem dramaturgisch inszenierten Zusammenbruch, bei der seine Mitspieler gleich mitspielten in Form von Rudelbildung, Spielverzögerung und was sonst noch dazu gehört. Der Videobeweis holte dann alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und brachte Jordan Henderson wieder auf die Beine. Auf Basis des Videobeweises präsentierte Schiedsrichter Mark Geiger dem Kolumbianer Barrios nur die gelbe Karte. Damit hat er gleichzeitig Henderson abgestraft für seine Überreaktion und seinen Täschungsversuch.

Keinem unserer Spieler käme solch eine Inszenierung in den Sinn. Viel zu groß wäre der Gesichtsverlust und die Häme, die er sich nach dem Spiel anhören müsste. Fakt ist: Tendenziell sind Frauen mehr bereit einzustecken, eben um keine Vorurteile hinsichtlich für Frauen ungeeignetem Männersport zu bedienen. “Männergrippe” gibt es nur im Männerfußball.